Auf den ersten Blick sieht der Name aus, wie der irgend eines Teams aus irgend einer Cricket-Liga Warriors, Kings, Chargers sind doch letztlich nur Übertreibungen für Teams in modernen Zeiten. Aber die meisten Cricketfans wissen nur sehr wenig darüber dass der Name „Warriors" (Krieger) für dieses außerordentliche Team von Cricketspielern aus dem Norden von Laikipia in Kenia auf Tatsachen beruht, da ihr Stamm wirklich aus Kriegern besteht, der auf eine lange Geschichte von Schlachten in Nordafrika zurückblicken kann.
Sport setzt sich über Grenzen hinweg, erweckt zu neuem Leben und formt Gemeinschaften, aber es ist schon lange her, seit wir gehört haben, dass Cricket ein Wahn auf dem Sub-Kontinent in Afrika ein soziales Werk tut. Und diese Geschichte liegt weit weg von den glänzenden, wohlhabenden Cricket-Leagues und dem Glamour des Spiels.
Im Sommer 2007, einen Monat nach Kenias durchschnittlicher Leistung und dem erwarteten Ausfall bei dem Cricket World Cup 2007, entschloss sich die Naturforscherin, Sportmanagement-Beraterin und anerkannte Cricket Trainerin Aliya Bauer, das Spiel dem Maasai-Stamm von Mukogodo, Kenia, vorzustellen. Das Motiv hinter diesem gewagten Schritt war die Stärkung des bestehenden Interesses und der Leidenschaft für dieses Spiel und die damit zusammenhängenden sozialen Veränderungen der Stamm hatte (und hat immer noch) Probleme mit Geschlechterdiskriminierung, Alkohol, Drogenmissbrauch und beunruhigenden gesundheitlichen Störungen einschließlich AIDS.
Für Menschen, die seit Jahrhunderten Halbnomaden, Bauern und Jäger sind und nie ihren ethnischen Lebensstil aufgaben, wurde das als Chance gesehen, ihre Persönlichkeiten zu entwickeln und ihre Lebenskompetenzen zu verbessern, was schließlich auch klappte. Die Jugendlichen des Stammes nahmen die Idee mit derselben Begeisterung an, mit der Kallis einen niedrigen Ball annimmt, und je erfolgreicher sich ihre Spiele, Trainingseinheiten und Wettbewerbe entwickelten, desto mehr kristallisierten sich die sozialen Auswirkungen heraus.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Stammes der 8 Hundertausend Menschen wurde Erziehung aktiv angenommen. Damit erwachte auch das Bewußtsein für die eigene Gesundheit, Lebenskompetenzen und die Gefahr von riskanten Verhaltensweisen. Geschlechterdiskrimierung wurde diskutiert, Wahrheiten über die Erhaltung ihrer reichhaltigen Umwelt wurde angesprochen und natürlich wurden einige aufregende Cricket-Matches gespielt. Im Dezember 2011, vier Jahre nach beharrlichen Bemühungen und unzähligen Spielen mitten im Dschungel kam die erste große Auszeichnung das ICC ernannte die Krieger zu Botschaftern von Think Wise, ihrem AIDS Aufklärungsprogramm. Unglaublicherweise war eine der Hauptfiguren dieser erstaunlichen Geschichte eine weiße Frau aus Südafrika, nämlich Aliya Bauer.
Wie viele gemeinschaftlichen Projekte, die ganz klein beginnen, gibt es auch hier kein vorgegebenes 'Ende', sondern es geht um den Lohn der Bemühungen und in diesem Fall, um die Lust am Spiel, die das Projekt weiter nach vorne bringen. Heutzutage organisieren die Masaai Cricket Warriors Cricket-Safaris in die Naturreservate (sie spielen tollerweise in ihrer traditionellen Bekleidung!) und zeigen den Besuchern ihren neuen, verbesserten Lebensstil. Auch wenn sie es vielleicht nie in ein nationales Team oder zu einem World Cup schaffen, bedeutet die Veränderung, die sie unter sich feststellen, unendlich viel.
(Foto mit freundlicher Genehmigung: http://www.france24.com)